Ins Zeug legen für eine Medaille: Patrick Bussler aus Aschheim startet bei zwei WM-Rennen in Stoneham. Foto: SVD/Oliver Kraus

Bussler will den Fluch brechen

Aschheim - Wie es sich anfühlt, wenn alles klappt, weiß Patrick Bussler. Vor vier Jahren fuhr der Aschheimer Snowboarder im koreanischen Gangwon ziemlich überraschend zu WM-Bronze. Die Medaille von damals ist seitdem die einzige seiner Sammlung - und das soll sich an diesem Wochenende ändern. Bussler will bei den Weltmeisterschaften in Stoneham (Kanada) mit dem Fluch der Großereignisse brechen.

„Natürlich will ich eine Medaille, alles andere kann nicht mein Anspruch sein“, sagt der 28-Jährige. Er klingt selbstbewusst, angriffslustig, hungrig nach Erfolg, denn die Saisonhöhepunkt der vergangenen Jahre waren geprägt von Enttäuschungen. Nach Platz 16 bei den Olympischen Spielen in Vancouver reichte es auch bei der WM vor zwei Jahren im spanischen Molina nur zu den Rängen 15 und 19.

„Die Zeit ist reif“, sagt Bussler, der tatsächlich allen Grund dazu hat, optimistisch auf den Riesenslalom am Freitag und den Slalom am Sonntag zu blicken. Die Generalprobe beim National Cup verlief am vergangenen Wochenende zu seiner Zufriedenheit. „Für ein Trainingsrennen ganz gut, aber bei der WM will ich schon weiter vor“, sagt er über den 4. Und 9. Platz. Auch auf dem Riesenslalom-Brett scheint er sich bei Temperaturen von bis zu 30 Grad unter Null wieder einigermaßen wohl zu fühlen. Im seiner Paradedisziplin Slalom bleibt sowieso das gute Gefühl vom letzten Weltcup in Bad Gastein (Rang sechs und acht).

Zugute kommt Bussler zudem die WM-Strecke. „Ohnehin liegt mir Stoneham“, sagt er nach der Erfahrung von mehreren Weltcup-Rennen in Kanada. Zudem überraschte die Präparierung des Rennhangs das deutsche Team um Bussler, Stefan Baumeister und Alexander Bergmann beim Training am Dienstag. Eine Stufe („Step-Down“) von rund einem Meter Höhe ist in den WM-Kurs eingebaut. „Ich hab mich sehr gefreut, da ich es dadurch um einiges spannender finde“, sagt Bussler. Den Unmut zahlreicher anderer Fahrer kann der Sportsoldat vom FC Aschheim aber nachvollziehen.

Denn bis Mitte der Woche war die Stufe wegen im noch nicht allzu fest gefrorenen Schnee nicht sonderlich gut zu bewältigen. Hinzu kommt, dass ein derartiges Hindernis im Weltcup-Zirkus so gut wie gar nicht verwendet wird. Dass jammern nicht hilft, weiß Bussler: „Ich mag solche Herausforderungen generell, also auch diese“, sagt er. Er weiß, dass das Rennen durch die „plötzliche Neuerung“ deutlich offener sein wird.

Patrick Bussler, der beim vergangenen Weltcup in Österreich sogar Dominator Andreas Prommegger im direkten Duell besiegte, rechnet sich gute Chancen aus. Der Riesenslalom am Freitag („so weit vor wie es geht“) soll motivieren für die Entscheidung im Slalom. Denn am Sonntag, um 21 Uhr deutscher Zeit, hätte er dieses schöne Gefühl von Gangwon gerne wieder. Dann hätte alles geklappt.

(hls)

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