Benediktbeuern - Die derzeit eisigen Temperaturen im Oberland findet er schmunzelnd „ganz okay“: Extremsportler Christian Scheuerer ist beim Yukon- Arctic-Ultra-Lauf in Kanada bei bis zu minus 35 Grad nonstop 29 Stunden in der Wildnis gelaufen. Am Ende reichte es sogar zu einer Top-Platzierung.

Von Christiane Mühlbauer
Christian Scheuerer ist eigentlich ein harter Hund, das hat er schon bei mehreren Wüsten- und einem Himalaya-Extremlauf unter Beweis gestellt. „Aber das in Kanada war eine ganz andere Liga für mich“, sagt er rückblickend. Doch der 45-Jährige ließ sich nicht unterkriegen. Sein Ziel, die 160 Kilometer in der eiskalten Wildnis in weniger als 40 Stunden zu schaffen, hat er erreicht: Scheuerer war nach 29 Stunden und 56 Minuten im Ziel. Das bedeutet: Gewinn der Mannschaftswertung (zusammen mit seinem Laufspezl Christian Stolovitz aus Wien), vierter Platz der Männerwertung und sechster in der Gesamtwertung.
19 Läufer aus sieben Nationen waren das Abenteuer eingegangen. „Zuvor mussten wir beweisen, wie man mit nassem Holz Feuer macht, mit Wasser auf Eisflächen umgeht und wie man sich gegenüber wilden Tieren wie Wölfen und Bären verhält“, berichtet der ehemalige Benediktbeurer Bauamtsleiter.
Ein Blick aufs Thermometer zeigte minus 35 Grad. Ausrüstung und Nahrung, die er in einem Schlitten hinter sich her zog, waren steinhart gefroren, selbst der Deckel der Thermoskanne. Scheuerer zieht die Handschuhe aus, macht ein Foto - und merkt nach einer halben Minute, dass der Daumen hartfriert.
Die letzten Stunden vor dem Ziel werden dann eine echte Herausforderung. Der 45-Jährige merkt, wie sich der schnelle Start vom Vortag rächt, und spürt Unterzucker. Er will Pause machen und kochen, aber genau da sieht er eine frische Bärenspur im Schnee. „Ich wusste: Wenn die Tiere jetzt wach sind, haben sie großen Hunger und können auch für den Menschen gefährlich werden.“ Also weiterlaufen - er muss sich eine andere Kochstelle suchen. Endlich kann er sich heißes Wasser in eine Nahrungsfertigpackung gießen, doch selbst das Wasser in der Tüte gefriert. „Ich bin dann zügig weitergegangen und habe das Essen in meinem Anorak warmgehalten. Obwohl die Nudeln noch geknackt haben, hat es geschmeckt.“
Nach einer weiteren Waldpassage ist er dann endlich am Ziel. „Da gab es dann erstmal einen riesigen Burger und heiße Schokolade.“ Wie bei den vorangegangenen Läufen auch, sammelte der Familienvater wieder Geld für einen guten Zweck: Diesmal unterstützt er ein Kinderheim in Indien.
Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.