Neuried - Nach Futsal nun auch Headis: Der TSV Neuried hat innerhalb eines Jahres zwei neue Sportarten ins Programm genommen.

Edin Kulasic engagiert sich als Fußball-Jugendtrainer und Spielertrainer der Futsal-Mannschaft beim TSV. Auch außerhalb des Vereins kann der 22-Jährige nicht genug von Sport bekommen. Als er einmal mit Freunden ein bisschen kicken wollte, der Bolzplatz aber besetzt war, wich er einfach zur benachbarten Tischtennisplatte aus. Der Fußball wurde zum Tischtennisball umfunktioniert, statt eines Schlägers nahmen die Spieler ihren Kopf.
Später erfuhr er, dass 2006 in einem Saarbrückener Freibad genau das Gleiche passiert war: Mangels eines freien Fußballplatzes fing ein Sportstudent an, den Ball nur mit dem Kopf übers Netz zu spielen. Headis war geboren. Der Name setzt sich aus head, dem englischen Wort für Kopf, und Tennis zusammen.
Kulasic ist begeistert von der Sportart, bei der es wichtig ist, immer aus einer leichten Hocke zu agieren. Nur so kann der Spieler den Ball von unten nach oben und damit übers Netz köpfen. „Man muss den Ball immer im Auge behalten und mit der Stirn von unten treffen“, sagt er, „dann fliegt er auch übers Netz.“
Kulasic nahm im vergangenen Herbst Kontakt zu Frank Heinz auf, Leiter der Tischtennis-Abteilung des TSV Neuried. Der zeigte sich aufgeschlossen. „Wir waren sofort begeistert, diese Sportart in unsere Abteilung zu integrieren“, sagt er. Headis fordere fast die gleich Muskelgruppen wie Tischtennis und „ist sehr beinarbeitsintensiv“. Da man den Ball nur mit dem Kopf spiele, müsse man nach links, rechts, vorne und hinten laufen, um ihn zu erwischen. „Einfach genial“, findet Heinze, der Headis selbst ausprobierte, aber inzwischen lieber den Jugendlichen den Vortritt lässt. Die gehen während des Trainings gruppenweise zum Aufwärmen zu den beiden Tischen, die für Headis reserviert sind.
Kulasic betreut die Tische. Um die Spieler besser trainieren zu können, hat er sich einen Mitstreiter geholt: Florian Rädler. Der 27-Jährige beendete kürzlich sein Sportwissenschaftsstudium und nimmt derzeit auf der Headis-Weltrangliste Platz sieben ein.



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