Silber! Betty Heidler holt 9. WM -Medaille

Silber! Heidler holt 9. WM -Medaille

022.08.09|Mehr SportFacebook
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Berlin - Zwei Jahre nach ihrem Triumph von Osaka hat Hammerwerferin Betty Heidler bei der Leichtathletik-WM Silber gewonnen und damit die neunte Medaille für Deutschland geholt.

© dpa

Hammerwerferin Betty Heidler verbesserte ihren Rekord auf 77,12 Meter

Titel verloren, Silber gewonnen - beim Weltrekord nur zugeschaut, aber den deutschen Rekord verbessert: Die in Berlin - Marzahn aufgewachsene Hammerwerferin Betty Heidler erlebte bei ihrem WM -Heimauftritt im Olympiastadion ein Wechselbad der Gefühle. Im letzten Versuch verbesserte sie ihren Rekord auf 77,12 Meter.

„Das ist der Hammer“

Dennoch hatte die Frankfurterin eine Spielverderberin: Die überragende Polin Anita Wlodarczyk schraubte den Weltrekord auf 77,96 Meter, verletzte sich danach beim Freudensprung - und eroberte zum ersten Mal Gold. Die entthronte Weltmeisterin Heidler jubelte jedoch lauthals: “Das ist der Hammer!“

Die Weltmeisterin von Osaka 2007 schleuderte die vier Kilo schwere Kugel am Stahldraht im sechsten Durchgang auf 77,12 Meter hinaus. Ihre bisherige Bestmarke vom 28. Juli 2006 in Leverkusen stand bei 76,55. Trotzdem reichte dies nicht, um die Olympia-Sechste Wlodarczyk zu gefährden: Die 24-Jährige hatte im zweiten Versuch die alte Bestmarke von Tatjana Lysenko (Russland/77,80) um 16 Zentimeter übertroffen. Danach musste Wlodarczyk allerdings passen: Sie knickte beim Jubeln nach ihrem Weltrekord um und musste sich den Fuß mit Eis kühlen.

Lysenko, die erst am 14. Juli ihre zweijährige Doping-Sperre abgesessen hatte, enttäuschte als Sechste mit 72,22. Wlodarczyk machte dort weiter, vor sie vor zwei Wochen beim Meeting in Cottbus angefangen hatte: Schon da glänzte sie mit einer Weltjahresbestweite. Heidler hatte sich auch dieses Mal auf zwei technische Feinheiten konzentriert: “Arme locker lassen - und die Spannung auf die linke Körperachse legen.“

Die Jurastudentin durfte sich über den zweiten Platz freuen. Vergessen war in diesem Moment die bittere Erfahrung von den Sommerspielen in Peking . Da schlich Heidler als Neunte und mit langem Gesicht aus dem Wurfkäfig. Bereits in der WM -Qualifikation am Donnerstag hatte die fünffache deutsche Meisterin ihr Potenzial angedeutet: 75,27 Meter - so eine Weite hatte bis dahin noch keiner bei keiner WM erreicht.

Für Gold, prophezeite sie da, “muss man 76 Meter werfen.“ Doch selbst das reichte nicht. So weit wie nie zuvor kam Klaas: Als Vierte mit 74,23 Meter feierte die Polizistin, die immer im Schatten Heidlers stand, mit persönlicher Bestleistung ihre beste internationale Platzierung und lag zeitweise sogar auf Bronze-Kurs. Am Ende wurde sie aber von der Slowakin Martina Hrasnova um 56 Zentimeter geschlagen.

dpa

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