Val d'Isère - Hopp Schwiiz, Flop Deutschland: Während für den "ewigen Zweiten" Didier Cuche endlich die große WM-Stunde schlug und er sich im Alter von 34 Jahren und 172 Tagen zum ältesten Weltmeister krönte, gab es für das junge deutsche Speed-Trio ein böses Erwachen.

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Didier Cuche
Die Partenkirchener Brüder Andreas und Peter Strodl kamen auf der äußerst schwierigen Face-de-Bellevard-Piste bei der Weltmeisterschafts-Premiere nicht einmal ins Ziel, der Ebinger Stephan Keppler war beim Super-G am Mittwoch im französischen Val d'Isère auf dem 24. Platz 3,70 Sekunden langsamer als Cuche.
In die Ernüchterung über das Abschneiden mischte sich beim Deutschen Skiverband (DSV) auch die Sorge um die Gesundheit von Andreas Strodl. Der Draufgänger war nach rund 30 Fahrsekunden in den Fangzaun geknallt und humpelte später aus dem Zielraum. Sein großer Bruder Peter war in der selben Kurve ausgeschieden. "Dann wird das wohl das Strodl-Eck gewesen sein", meinte der 26-Jährige.
Bei Bilderbuch-Wetter mit strahlendem Sonnenschein in den Savoyen schrieben die deutschen Starter ein weiteres düsteres Kapitel in der seit Jahren traurigen WM-Speedgeschichte. Eigenwerbung wollten die drei DSV-Starter machen, um trotz bei weitem nicht erreichter WM-Norm nicht als "Touristen" oder "Exoten" abgestempelt zu werden. Das misslang auf der steilen Strecke zumindest im Super-G gründlich. "Ich war froh, im Ziel zu sein, aber nach den Zwischenzeiten nicht mehr so. Ich dachte, die Zeit sei schnell", sagte der 26-jährige Keppler, der sich in Val d'Isère als Fan des Siegers outete. "Cuche ist technisch eine Augenweide. Da kann sich jeder was abschauen."
Nicht nur beim DSV-Trio gab es lange Gesichter nach dem spektakulären Super-Riesenslalom auf vereister Piste. Auch Favoriten wie der Amerikaner Bode Miller (Platz 12) oder der österreichische Ski-Star Hermann Maier (Platz 18) schauten in die Röhre. "Ich bin im Zustand eines Höhenrausches an den Start gegangen. Durch die Grippe war die Höchstform komplett weg", sagte der "Herminator". Insgesamt 20 der gemeldeten 70 Starter kamen nicht ins Ziel.
Bei der großen Speedhoffnung für die Zukunft, Andreas Strodl, sah es zunächst nicht nach einer schwereren Verletzung aus. Bänder und Meniskus seien wohl nicht betroffen, hieß es. Zu weiteren Untersuchungen wurde der 21-Jährige nach Albertville gebracht. "Hoffentlich ist nichts kaputt gegangen. Das war halt Scheiße", sorgte sich Peter Strodl um seinen kleinen Bruder.
Die nächste Chance für die deutschen Schussfahrer bietet sich am Samstag bei der Abfahrt: 20 Jahre nach dem Coup des letzten deutschen Abfahrts-Weltmeister Hansjörg Tauscher am 6. Februar 1989 in Vail wollen sich Keppler und Gefährten besser aus der Affäre ziehen.
ÄSki-WM Val d'IsèreÜ: Route de la Balme, 73150 Val d'Isère, Frankreich
Von Michael Becker und Christian Kunz, dpa



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