Goldmedaillle für Kathrin Hölzl

"Das ist der absolute Wahnsinn": Gold für Kathrin Hölzl

1012.02.09|WintersportFacebook
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Val d'Isère - Nach der langersehnten Goldmedaille durch Überraschungs-Weltmeisterin Kathrin Hölzl brachen bei den deutschen Alpinen alle Dämme.

Kathrin Hölzl

© dpa

Kathrin Hölzl liegt sich nach ihrem Überraschungssieg mit Teamkollegin Maria Riesch in den Armen.

Die erste Gratulantin Maria Riesch warf sich mit ihrer Ski-Freundin in den Schnee und trug sie dann auf ihren Schultern durch den Zielraum, die Trainer führten wahre Jubeltänze auf, nur Kathrin Hölzl konnte ihr Glück nach dem unerwarteten Riesenslalon-Coup kaum fassen. Die 24 Jahre alte Skirennfahrerin aus Bischofswiesen bescherte den deutschen Alpinen den ersten WM- Einzeltitel seit acht Jahren und auch eine Jubiläums-Medaille. Der Sieg am Donnerstag in Val d'Isère bedeutete das 100. deutsche Einzel- Edelmetall in der Geschichte alpiner Ski-Weltmeisterschaften. “Wahnsinn. Das ist unglaublich. Einen schöneren Zeitpunkt hätte ich mir nicht aussuchen können“, sagte eine sichtlich bewegte Hölzl. “Ich begreife das noch gar nicht richtig.“

Kathrin Hölzl im Goldrausch

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Maria Riesch trägt die frischgebackene Weltmeisterin Kathrin Hölzl auf den Schultern.© dpaMaria Riesch trägt die frischgebackene Weltmeisterin Kathrin Hölzl auf den Schultern.Ein wenig ungläubig blickte die 24-jährige Hölzl auch rund 20 Minuten nach dem dramatischen Rennende auf dem Siegerpodest drein; beim Deutschen Skiverband (DSV) wurde da schon längst die Gold-Fahrt der fleißigen Arbeiterin im Team gefeiert. “Das war ein Hammer, das ist eine extreme Erlösung“, frohlockte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, ehe er von Damen-Cheftrainer Mathias Berthold in den Schnee gerissen wurde. Dass Viktoria Rebensburg (Kreuth) mit ihrem riskanten Bode- Miller-Style im finalen Durchgang von Platz drei auf neun zurückgefallen war und im Ziel enttäuscht im Schnee lag und gegen den Helm trommelte (“Ich bin ein bisschen sauer auf mich selbst“), spielte nach dem Rennen ebenso wie der 28. Platz von Maria Riesch im Jubeltrubel keine Rolle mehr. Einzig das erste Riesenslalom-Gold seit Maria Epple 1978 bei der Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen war Thema.

Als Vierte des ersten Durchgangs war Hölzl, die 2007 in Are als WM-Sechste das beste deutsche Ergebnis eingefahren hatte, den Entscheidungs-Lauf angegangen. Der erst zweimaligen Weltcup- Podestfahrerin war am Start in 2209 Metern Höhe trotz großer Anspannung ein kurzes Lächeln über das Gesicht gehuscht, ehe sie mit viel Kämpferherz zum Rennen ihres bisherigen Sportlerlebens auf die “Face de Bellevarde“ startete. Um 0,09 Sekunden war Hölzl im Ziel schneller als die bis dahin führende Slowenin Tina Maze, die sich am Ende Silber vor der Finnin Tanja Poutiainen holte. “Ich habe mich im Ziel nicht getraut zu schauen“, gestand Hölzl, die danach noch drei Fahrerinnen abwarten musste, eher sich die große Anspannung löste und der 32. Weltmeistertitel eines deutschen Alpin-Sportlers feststand. “Das tut einfach extrem gut, da ist die ganze negative Stimmung weg“, sagte Felix Neureuther erleichtert.

Der Sieg von Hölzl soll nun allen Auftrieb geben - Maria Riesch will am Samstag im Slalom mit Gold nachlegen. “Was soll uns jetzt noch belasten. Wir stellen einen Weltmeister. Das das hilft auch der Maria“, sagte Maier. Viel Pech hatte die deutsche Alpin-Equipe in Val d'Isère gehabt. Erst der Trainingssturz und die Verletzung von Riesch, dann das auf Platz vier knapp verpasste Kombinations- Edelmetall der Partenkirchenerin - und nun rettete Hölzl schon drei Rennen vor dem WM-Ende die deutsche Bilanz in den Savoyen. “Das ist Wahnsinn. Weltmeister. Das ist ohne Worte. Für Katy ist das ein Traum“, rang auch Berthold nach dem Erfolg seiner “fleißigen Arbeiterin“ nach Worten.

dpa

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