Zwei Siege, vier Unentschieden, zwei Niederlagen - eine positive Bilanz sieht wahrlich anders aus für einen Aufstiegsaspiranten. Doch das ist der bisherige Arbeitsnachweis des TSV 1860, seit Trainer Alexander Schmidt vor drei Monaten das Ruder übernommen hat. Zehn magere Zähler in acht Spielen. "Ganz klar: Ich hätte mir mehr erwartet", gesteht er gegenüber der Bild. "Es gab Höhen und Tiefen, und ich hätte mir mehr Punkte gewünscht."
Florian Hinterberger stärkt Schmidt den Rücken: "Ich kann ihm nur gute Arbeit bescheinigen", so der Sportchef. "Jeder sieht, dass wir einen Wandel durchgemacht haben und einen anderen Fußball spielen. Aber er wird zu wenig belohnt und, weil die Ergebnisse fehlen, anders beurteilt."
Warum läuft es nicht unter Schmidt? Deutet man den Aussagen des Trainers und des Sportdirektors, so waren mangelnde Chancenauswertung und vor allem eine Menge Pech die Hauptgründe. Letzteres trifft zweifellos zu, wenn man bedenkt, dass zuletzt Bochum durch einen Handtreffer und das Verhindern eines Löwen-Tors auf der Linie per Hand mit 1:0 siegte.
Ismaik dürfte weiterhin neuen Trainer wollen
Aber reichen diese Argumente dafür aus, dass Schmidt über diese Saison hinaus Trainer bleiben darf? Löwen-Investor Hasan Ismaik wird einige tausend Kilometer entfernt die sportliche Entwicklung genau verfolgen. Er wollte mit Sven-Göran Eriksson schon einen neuen Trainer installieren, als die Ergebniskrise bei den Sechzigern noch nicht so drastisch war. Bis jetzt wird er kaum von seinem Vorhaben abgerückt sein. Das dürfte auch zur Sprache kommen, wenn eine 1860-Delegation den Jordanier in dieser Woche in Abu Dhabi besucht.
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