Verstehe einer diese Löwen… Vor einer Woche verlieren sie zu Hause und über weite Strecken in Überzahl gegen den Abstiegskandidaten VfL Bochum mit 0:1, und eine Woche später das: Ein 2:1-Sieg beim Tabellenführer Eintracht Braunschweig, der zwanzig Spiele lang vor eigenem Publikum ungeschlagen war und die letzte Heimniederlage im November 2011 hatte einstecken müssen. Und in dieser Saison war es insgesamt erst die zweite Pleite für Braunschweig. Fünfter sind die Löwen jetzt und aktuell sind’s „nur“ noch sechs Punkte Rückstand auf den Tabellendritten Kaiserslautern, der am Montagabend bei Hertha BSC antreten muss. Geht da vielleicht noch… ach, lassen wir das.
Immerhin: Am Sonntag hatten die Löwen erstmal allen Grund zur Freude. „Wir haben Leidenschaft und Bereitschaft gezeigt“, lobte Torhüter Gabor Kiraly sich und seine Mannschaftskollegen, „Braunschweig hat ja auch sehr gut gespielt und steht nicht zu Unrecht ganz oben in der Tabelle.“
Nach dem Schlusspfiff knuddelte und herzte Präsident Dieter Schneider ganz fest Trainer Alexander Schmidt, unter dessen Regie keines der fünf Auswärtsspiele verloren gegangen ist (zwei Siege, drei Unentschieden). Die Herrschaften vom Aufsichtsrat, die in Abu Dhabi Investor Hasan Ismaik ihre Aufwartung gemacht hatten, haben was versäumt. Während die Sechziger in Braunschweig ihr Kunststück vollendeten, saßen Otto Steiner & Co. bereits wieder im Flugzeug heim nach München. Die Löwen hielten das Spiel erstmal lange Zeit offen, ließen außer dem Lattenschuss von Boland (10.) in der ersten Halbzeit so gut wie nichts zu. Und sie besaßen selbst gute Möglichkeiten. Wie die Direktabnahme von Tomasov, als Torhüter Davarai gut reagierte (17.), oder den artistischen Seitfallzieher von Rob Friend, der nur ein paar Zentimeter zu hoch angesetzt war (22.).
Neun Minuten nach der Pause dann die kalte Dusche. Kai Bülow ließ Domi Kumbela für eine Sekunde aus den Augen und schon landete dessen Kopfball im Tor. Jetzt schien alles gerichtet für die Braunschweiger, „aber komischerweise, so deren Trainer Torsten Lieberknecht, „kam nach der Führung bei uns ein Bruch ins Spiel.“ Und den nutzten die Löwen erbarmungslos aus. Erst erzielte Friend mit seinem allerersten Tor für 1860 nach Flanke des eingewechselten Kamara den Ausgleich (1:1), und nur acht Minuten später dann der große Auftritt von Benny Lauth. Nach einer weiten Vorlage von Stoppelkamp kam der Kapitän knapp innerhalb des Sechzehners an den Ball und lenkte ihn raffiniert an dem aus dem Tor geeilten Torhüter Divari zum 2:1 über die Linie.
„Wir sind hier nochmal aufgestanden“, freute sich Lauth, „und richtig stark zurückgekommen. Wir waren vielleicht nicht die bessere Mannschaft, aber es war wichtig, dass wir nach vielen Unentschieden auch mal gewonnen haben.“ Vielleicht klappt’s ja auch mal wieder zu Hause. Am kommenden Sonntag gegen Ingolstadt zum Beispiel.
Aktuelle Live-Ticker zu Spielen und besonderen Ereignissen des TSV 1860 finden Sie hier.
tz
Die Löwen bei den Löwen: Bilder und Noten
Stenogramm
Eintracht: Davari - Petersch, Bicakcic, Dogan, Reichel, Theuerkauf - Kratz (84. Bohl) - Boland (68. Korte), Elabdealloui - Kumbela, Merkel (68. Edwini-Bonsu)
Trainer: Torsten Lieberknecht
TSV 1860: Kiraly - Wojtkowiak (78. Volz), Vallori, Bülow, Fathi - Bierofka (64. Kamara), Stahl - Stoppelkamp Tomasov (53. Wood) - Lauth, Friend
Trainer: Alexander Schmidt
Tore: 1:0 Kumbela (56.), 1:1 Friend (77.) 2:1 Lauth (85.)
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer
Zuschauer: 20.455



























































































































