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Frieden mit Schneider? Iraki auf Schmusekurs

Frieden mit Schneider? Iraki auf Schmusekurs

München - Neue Wende bei den Löwen: Vor Sponsoren und Feindbild Dieter Schneider hat Hasan Ismaiks Statthalter Hamada Iraki am Dienstagabend von einer gemeinsamen Zukunft gesprochen.

© MiS

Die beiden Streithähne Hasan Ismaik (li.) und Dieter Schneider wollen wieder an einem Strang ziehen.

Womöglich hat sich Hamada Iraki auf dem Weg zum Veranstaltungszelt noch einmal inspirieren lassen. Wo man gestern Abend auch hinschaute, überall hingen kleine weiße Zettelchen, auf denen der Investor und sein Münchner Statthalter mit Comic-Zeichnungen veralbert wurden. Nicht böse und ehrverletzend, sondern einigermaßen humorvoll, mit Sprechblasen und kleinen Anspielungen (Iraki als „Business-Kunde des FC Bayern“).

Humor war dann auch die Waffe, mit der Iraki beim „Business Club Event“ seiner Vermarktungsagentur im Deutschen Theater punkten konnte. Etwa 200 wichtige Löwen-Sponsoren trauten ihren Ohren nicht: Er kann ja richtig witzig sein, der sonst so kühl wirkende Araber! Seinen besten Gag ließ Iraki gleich zu Beginn seiner 15-minütigen Rede los. Ihm habe jemand erzählt, dass bei Einladungen dieser Art in der Vergangenheit höchstens 30 Leute erschienen seien, sagte der Palästinenser und scherzte: „Also dachte ich mit Herrn Schneider: Streiten wir halt ein bisschen, damit mehr Leute kommen. Und das hat ja auch funktioniert.“

Auch Dieter Schneider musste da schmunzeln. Der Präsident, den Investor Hasan Ismaik kürzlich noch zum Teufel jagen wollte, stand inmitten des Sponsorenpulks und erhielt sogar einen freundlichen Augenzwinkerer von der Bühne. Dort konnte Iraki sein launiges Anfangsniveau bis zum Schluss halten. Er witzelte über kulturelle Unterschiede zwischen Verein und Investorenseite („Wir sind Geschäftsleute, der e.V. ehrenamtlich. Wir sind Araber, die sind Bayern“) und gelangte zur versöhnlichen Prognose: „Ich bin zuversichtlich, dass wir zueinander finden werden, und zwar schneller, als man denkt.“ Applaus. Staunen.

Hatte man sich den Streit der letzten Tage nur eingebildet? Zwischen seinen vielen Witzchen und versöhnlichen Bemerkungen streute Iraki aber auch ein paar handfeste Informationen ein. „Pläne und Zukunftsvisionen“ lautete der Titel seines Vortrags, und da erinnerte der 38-Jährige an den Drei-Stufen-Plan, der gleich zu Beginn der Partnerschaft verabredet wurde: Die erste Saison sei ein „Konsolidierungsjahr“, im Sommer werde man den Kader verstärken – und bis spätestens 2014 wollen Iraki und Ismaik mit den Löwen aufgestiegen sein. „Ich bin zuversichtlich dass wir das schaffen“, sagte er und gab ein „Versprechen“: „Man wird sehen, dass wir in einem Jahr ganz woanders stehen werden, dass wir nicht mehr so negative Schlagzeilen produzieren und dass wir harmonisch miteinander arbeiten werden – auch mit dem e.V..“ Letzteres wird zwar noch zu beweisen sein, doch Irakis öffentlicher Schmusekurs war zumindest ein vielversprechender Anfang.

Hinterbergers zweiter Streich: Nicu kommt auf Bewährung Na sowas. Wollten die Löwen nicht radikal sparen? Hatte ihnen Investor Hasan Ismaik nicht den Geldhahn zugedreht?Am Dienstag, wenige Stunden vor dem Ende der Wintertransferperiode, überraschte der TSV 1860 seine Fans zum zweiten Mal binnen 24 Stunden: Am Montag präsentierte der Verein Guillermo Vallori (29) als Neuzugang, am Dienstag folgte mit Mittelfeld-Allrounder Maximilian Nicu (29) ein weiterer Routinier, der das Team von Trainer Reiner Maurer ab sofort verstärken soll.

Doch noch zwei Neue für 1860! Bilder der Vorstellung von Vallori und Nicu

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Nicu, der in Prien am Chiemsee aufgewachsen ist, erhält einen Vertrag zur Probe, vorerst nur bis zum Ende dieser Saison datiert (mit Option auf Verlängerung). Der Deutsch-Rumäne hat schon eine beachtliche Vereins-Odyssee hinter sich. Zuletzt spielte er beim SC Freiburg, davor bei Hertha BSC (seine beste Zeit, gipfelnd in Platz vier im Mai 2010). Weitere Stationen waren Wehen, Burghausen (damals mit Stefan Aigner), Erfurt, Unterhaching (mit Necat Aygün) und TSV Rosenheim. „Maxi ist sehr variabel, insbesondere in der Offensive einsetzbar und verfügt über große Erfahrung, auch in der Bundesliga. Er ist in Bayern aufgewachsen, seine Familie ist hier zu Hause, so dass er sich sicher schnell bei uns einleben wird“, freut sich Sportchef Florian Hinterberger.

ulk

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