München - Der TSV-1860-Sportchef Florian Hinterberger spricht im Merkur-Interview über seine Vertragsverlängerung, angeborene Gelassenheit und Ziele mit den Löwen.

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Fernziel Bundesliga: Hinterberger träumt davon, mit den Löwen-Fans den Aufstieg zu feiern. Als Spieler hat er vor 20 Jahren schon mal vom Rathausbalkon gegrüßt.
Jobgarantie bis 2013 – für einen Angestellten beim TSV 1860 fast schon ein Luxus. Seit Sportchef Florian Hinterberger am Donnerstag seinen um ein Jahr verlängerten Vertrag unterzeichnete, hat er so etwas wie Planungssicherheit, zumindest was seine Person betrifft. Große Ziele mit den Löwen hat er auch gleich formuliert. „Mit den Fans am Marienplatz feiern“, will er, das setzt den Aufstieg voraus, er hat das ja schon einmal als Spieler erlebt (1991). Wie der 55-Jährige die jüngsten Turbulenzen erlebt hat, was er dem Team bis Mai noch zutraut, verrät er im Gespräch mit unserer Zeitung.
Herr Hinterberger, vor acht Tagen, nach dem vorläufigen Transferstopp, haben Sie sich mit einem Glas Rotwein getröstet. Was gab’s am Donnerstag?
(lacht) Ein Bier gab’s. Ich war spät daheim, da hab ich nur noch einen kleinen Gute-Nacht-Trunk genommen. Aber es freut mich natürlich, dass ich hier weitermachen darf, klar. Ist ja auch ein Vertrauensbeweis für mich.
Eben noch Stillstand und Funktionärskrieg – jetzt zwei neue Spieler und Ihre Vertragsverlängerung. Können Sie mal erklären, was da hinter den Kulissen passiert ist?
Ich weiß nicht, ob das eine was mit dem anderen zu tun hat. Wir wussten, dass wir die Mannschaft verstärken müssen. Robert Schäfer (der Geschäftsführer/Red.) hat noch mal gerechnet, und dann haben wir gesehen, dass wir eventuell noch etwas bewerkstelligen können. Dafür war allerdings die Zustimmung der DFL notwendig. Wegen meiner Vertragsverlängerung waren wir schon länger im Gespräch – wir haben dann noch mal eine Stunde gesprochen und die Sache fixiert.
Sie selbst erweckten nie den Eindruck, als würden Sie nervös. Nicht mal, als zwischenzeitlich gar nichts vorwärts ging. Sind Sie so ein cooler Typ?
Wojtkowiak, Koman und Tzavellas wären Ihre erste Wahl gewesen, mit Vallori und Nicu hat wenigstens Plan B geklappt. Was erwarten Sie sich von den Neuen?
Plan B würde ich nicht unbedingt sagen. Vallori und Nicu waren schließlich immer mit auf der Liste. Der Vorteil dieser Spieler war, dass sie ablösefrei waren. Außerdem haben beide sehr leistungsbezogene Verträge akzeptiert. Bei Nicu kam dazu, dass er unbedingt zu uns wollte, er stammt ja von hier. So ein Glück gehört eben manchmal auch dazu. Ich sehe es wie unser Trainer: Mit ihnen ist unser Kader stärker geworden. In der Defensive hatten wir dringend Bedarf, auch in der Offensive waren wir verletzungsbedingt etwas dünn besetzt.
Nach den Querelen letzte Woche hat Stefan Aigner einen Vereinswechsel zum Sommer angekündigt. Hat er schon woanders unterschrieben, oder gibt es noch die Chance, ihn umzustimmen? Nicu, der ihn aus einem gemeinsamen Jahr in Burghausen kennt, hat da so eine Andeutung gemacht?
Bislang habe ich nur die Aussage: Er wird bei uns nicht verlängern. Ein schriftliches Angebot oder eine Anfrage liegt nicht vor. Wir müssen mal abwarten. Stand jetzt ist, dass er uns verlässt. Aber wir sehen uns ja täglich, da werde ich bestimmt noch mal vorfühlen. Gesprächsbereit sind wir bei ihm immer, der Stefan gehört schließlich zu 1860.
Was ist aus Ihrer Sicht drin in den verbleibenden 15 Saisonspielen?
Unser Wunsch ist, dass wir an die erfolgreichen Spiele am Jahresende anknüpfen, damit wir eine Chance haben, wenn wirklich Mannschaften da oben noch schwächeln. Wie weit das gehen kann, weiß ich nicht. Wir können nur unsere Punkte machen, leider sind wir da vom Abschneiden der Mitbewerber abhängig.
Nach Ihnen wird wohl auch Reiner Maurer ein weiteres Jahr bleiben. Seine Vertragsverlängerung soll noch vor dem Cottbus-Spiel am Montag über die Bühne gehen. War es im Nachhinein nicht unnötig, den Trainer so lange im Unklaren zu lassen?
Ich will der Entscheidung nicht vorgreifen. Das letzte Wort hat Robert Schäfer. Ich selber kann nur sagen, dass ich mit Reiner eine sehr enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit habe. Wir waren im letzten halben Jahr nicht immer einer Meinung, aber unsere Kommunikation war immer im Sinne der Sache.
Das Gespräch führte Uli Kellner



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