München - Die Löwen sind für den Angstgegner Aue „gewappnet“. Trotzdem rechnet Reiner Maurer mit dem Schlimmsten. Doch eine Absage ist undenkbar, obwohl die Rasenverhältnisse derzeit katastrophal sind.

© fkn
Impressionen aus Aue: Ehrenamtliche Helfer bedecken im Erzgebirgsstadion den Rasen mit einer wärmenden Spezialfolie
Minusgrade und eine Minuskulisse wie am Montag gegen Cottbus? Pah! Geradezu lächerlich gegen das, was dem TSV 1860 am morgigen Freitag blüht.
Über die jährliche Dienstreise nach Aue, zu den Rustikalkickern aus dem Erzgebirge, hatte Kai Bülow schon vor einem Jahr geunkt: „Die hauen drauf, kämpfen, kratzen, beißen und spucken.“ Der Rostocker, sonst ein großer Schweiger, machte keinen Hehl aus seiner grundsätzlichen Aversion gegen Auftritte im Erzgebirgsstadion, das auch mit dem Sponsorzusatz Sparkassen-Erzgebirgsstadion nichts von seinem Schrecken einbüßt. „Ohne denen nahe treten zu wollen“, sagte Bülow (25), „aber Aue ist das Spiel, auf das die Teams in der zweiten Liga am wenigsten Lust haben.“
Ergiebiger Schneefall bei Tiefstwerten von minus 13 Grad sind vorhergesagt, doch die Erzgebirgler sind auf widrige Bedingungen vorbereitet – und haben ihrerseits großes Interesse daran, die Partie nicht absagen zu müssen. Aus diesem Grunde bedecken seit Dienstag riesige Spezialplanen das ohnehin arg strapazierten Stadiongrün. „Seit Samstag läuft die Rasenheizung“, meldete ein Sprecher der Gastgeber. „Wir haben den ganzen Platz abdecken lassen, damit sich die Wärme besser hält. Wir geben uns die größte Mühe, dass das Spiel stattfinden kann.“
Jedoch: Bedingungen wie am Montag in Fröttmaning sind nicht zu erwarten, in der Auer Trutzburg finden schließlich auch gelegentlich Trainingseinheiten statt. „Natürlich würde ich mir am liebsten Platzverhältnisse wie in der Allianz Arena wünschen“, sagt Maurer. Als Alibi wird er den Untergrund aber nicht gelten lassen. „Klar sind wir eine technisch versierte Mannschaft, die ihre Stärken im schnellen Passspiel hat. Aber wir sind gewappnet. Wir können auch kämpfen, das haben wir in dieser Saison schon zur Genüge bewiesen.“
Von Uli Kellner



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