München - Die Zeiten, als ein Trainer an der Grünwalder Straße öffentlich rauchte, schienen eigentlich mit der Entlassung von Werner Lorant Geschichte – von wegen.

© Lackovic
Wohl bekomm's! Diego Maradona, eine Zigarre und Torwart Sergio Romero
Nach einem Besuch im 1860-Fanshop erschien Diego Maradona am Montag mit einer dicken Zigarre auf dem Löwen-Gelände, um die Übungseinheit seiner Argentinier vor dem Länderspiel am Mittwoch in der Allianz Arena gegen Deutschland zu überwachen. Mit Zigarre beim Training – entspannte Gelassenheit oder aufgesetze Lockerheit?
Tatsache ist: Maradona (49), der mit seinen Gauchos im Hotel Mandarin Oriental neben dem Hofbräuhaus logiert, hatte zuletzt nicht viel zu feiern. Gesperrt wegen übelster Beleidigungen, die WM-Qualifikation mit Hängen und Würgen geschafft, und über 100 Spieler seit seinem Amtsantritt im Oktober 2008 2berufen. Die „Hand Gottes“ hatte noch kein glückliches Trainer-Händchen. Ein guter Auftritt oder gar ein Sieg gegen Jogi Löws Team – und die Kritiker in der Heimat wären erst mal besänftigt.
Ob er immer die richtigen Worte findet, ist fraglich. Bei der unsäglichen Verbalinjurie in Richtung der Journalisten nach der geschafften WM-Qualifikation jedenfalls nicht. Maradona wurde von der Fifa zwei Monate bis zum 15. Januar gesperrt und zur Unerwünschten Person bei der Gruppenauslosung erklärt.
Maradona, einst brillanter Kicker mit starkem Geltungsdrang, nun selbstherrlicher Trainer? Unvergessen die Bilder von seinem „Taucher“ nach dem 2:1 gegen Peru im Regen. Dann kamen die geschaffte WM-Ausscheidung gegen Uruguay und seine Beleidigungen – Maradona stand das Wasser bis zum Hals. Zumal seine Bilanz mit den Gauchos keinen vom Hocker reißt: zehn Siege, sechs Niederlagen in 16 Spielen. Trotz dieser mäßigen Bilanz legte sich Maradona mit dem eigenen Verband an – anlässlich der 200-jährigen Unabhängigkeit Argentiniens sollte am 24. Mai ein Testspiel gegen Kanada stattfinden, doch Diego legte sein Veto ein.
Ehe Maradona mit Argentinien in der WM-Vorrunde auf Nigeria, Südkorea und Griechenland trifft, will er seinen eigenen TV- und Internetsender „10 ETV“ starten. Die „10“ steht für Maradonas einstige Nummer, das „E“ für Entertainment. Und dafür sorgt der Mann mit der Zigarre immer…
tz



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