414.07.10|TSV 1860|TSV 1860|43
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München - Nach dem verlorenen Cateringprozess stehen die Zeichen beim TSV 1860 wohl auf Abschied aus Fröttmaning. Das können die Löwen jetzt noch tun:

Zurück an den Verhandlungstisch: Die Zukunft des TSV 1860 kann Manfred Stoffers nun wohl nur noch im Dialog mit dem FC Bayern sichern.
Eine Variante, die die Löwen nach Eingang der Urteilsbegründung zumindest eingehend prüfen wollen. Die Aussichten gelten nach dem Spruch von Richterin Elisabeth Waitzinger allerdings als eher gering. Ob das auch für eine Klage gegen den Vertrag gilt, mit dem die Stadionanteile 2006 an den FC Bayern übergingen, bleibt abzuwarten. Mit diesem Sachverhalt hat sich das Landgericht, wie die Richterin betonte, ausdrücklich nicht befasst.
In der anstehenden Saison sind die Auswirkungen des Urteils eher gering. Die Lizenz hat der TSV 1860 erhalten, das Urteil schränkt lediglich den Handlungsspielraum bei der Zusammenstellung des neuen Kaders ein. Doch dauerhaft wird man in den bestehenden, vom einstigen Geschäftsführer Stefan Ziffzer ausgehandelten, Vertragswerken – derzeit beschert die Allianz Arena den Löwen ein jährliches Minus von drei Millionen Euro – kaum überleben können. Zumindest nicht als Mittelklasse-Zweitligist. Der Aufstieg dürfte hier der einzig reale Ausweg sein. Es sei denn, der Verein tut größere neue Geldquellen auf. Was man nicht zuletzt mit der Löwen-Anleihe schon versuchte, die seit einigen Wochen auf dem Markt ist. Dem ersten 1860-Wertpapier war bislang allerdings eher geringer Erfolg beschieden. Bis zur vergangenen Woche hat es rund 800 000 Euro in die Kassen des Vereins gebracht. Und das gestrige Urteil dürfte die Investitionslust bei Anlegern und Fans nicht gerade steigern.
Auf dem Papier nicht zu machen. Der TSV 1860 ist bis 2025 mit allen Konsequenzen an die Allianz-Arena gebunden. Doch das letzte Wort dürfte nicht gesprochen sein. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte in den vergangenen Monaten mehrfach erklärt, er sähe die Löwen lieber heute als morgen aus der Allianz-Arena. Gestern deutete auch Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge zumindest Verhandlungsbereitschaft an. Doch der FC Bayern müsste sich in den Gesprächen schon außergewöhnlich großzügig erweisen. Eine „zweistellige Millionensumme“, wie sie Rummenigge Ende 2008 in den Raum stellte, ist für den TSV 1860 definitiv nicht zu stemmen.
Doch wohin führt der Weg, wenn es denn zu einer gütlichen Einigung zwischen beiden Seiten kommen sollte? Die Antwort kann nur Olympiastadion heißen. Die Tür zur alten Heimat Grünwalder Stadion ist spätestens seit den entsprechenden Stadtratsbeschlüssen zu. Das Olympiastadion wurde den Löwen dagegen von Oberbürgermeister Christian Ude als neue Heimat schon wärmstens ans Herz gelegt.
Nicht zuletzt Gerald Aßner vom „Magic Kneißl Fan Club“ hat am Mittwoch schon schnelles Handeln eingefordert: „Spätestens jetzt muss der Umzug ins Olympiastadion vereinbart werden.“ Wofür allerdings ein weiterer Vertrag aufgelöst werden müsste. Nach derzeitigem Stand dürfte am Oberwiesenfeld bis 2090 kein Fußball mehr gespielt werden. Im Gegenzug dazu hatte sich die Fröttmaninger Betreibergesellschaft dazu verpflichtet, keine Konzerte in der Allianz-Arena zu veranstalten. Doch an diesem Abkommen wird eine Einigung beider Seiten wohl kaum scheitern.
Patrick Reichelt
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