TSV 1860 und Hasan Ismaik: Haben die Löwen neuen Investor in der Hinterhand?

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    • 10.04.13
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Ismaik und die Löwen

Hat 1860 einen neuen Investor in der Hinterhand?

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München - Statt Geld schickt Hasan Ismaik den Löwen einen Anwalt – der endgültige Bruch mit dem Investor scheint unausweichlich. Und jetzt?

© sampics / Stefan Matzke

Hasan Ismaik und Hep Monatzeder: Wie lange geht die Beziehung zwischen dem Investor und dem TSV 1860 noch gut?

Auch am zweiten Tag in dieser zweiten Aprilwoche stand beim TSV 1860 das Warten im Vordergrund. Mannschaft, Fans und Journalisten warteten auf den Ägypter Hassan Shehata, den Investor Hasan Ismaik als Trainings-TÜV einsetzen will. Robert Schäfer saß derweil in seinem Geschäftsführerbüro und überwachte die Onlinekonten der KGaA, schließlich sollte dort ein nicht unerheblicher Geldeingang verzeichnet werden. Stand Dienstagabend ist aber niemand und nichts eingetroffen, weder der 63-jährige Trainerguru noch Ismaiks 13-Millionen-Euro-Überweisung für die restliche Dauer des Dreijahresplans.

Gekommen ist überraschend der Frühling (Sonne bei gefühlten 20 Grad) – und ein britisches Kamerateam, das zusammen mit dem deutschen Journalisten Ronald Reng eine Dokumentation über den englischen Fußballer Clarke Carlisle (33) dreht. Der international unbekannte Abwehrspieler traf mit Moritz Volz (30) und Gabor Kiraly (37) zwei alte Bekannte. Ex-Arsenal-Profi Volz arbeitete zusammen mit ihm bei der englischen Spielergewerkschaft. Torhüter Kiraly war ein Teamkollege von Carlisle, als beide zwischen 2007 und 2009 für den Zweitligisten FC Burnley aufliefen.

Es war mal wieder so ein Löwen-Tag, an dem der Verein Normalität vorlebte (Training, Spiel der U 21, eher belanglose Meldungen auf der Homepage) – und trotzdem die Erwartung greifbar war, dass wegweisende Dinge bevorstehen. Ob Geschäftsführer Schäfer, Präsident Hep Monatzeder oder Aufsichtsratschef Otto Steiner – keiner war erreichbar. Weil in den Tagen seit dem polternden Ismaik-Auftritt ohnehin genug Öl ins Feuer gegossen wurde? Denkbar. Andere Theorie: Es war die Ruhe vor dem Sturm, denn inzwischen dürfte es jedem gedämmert haben, dass diese Partnerschaft keine gedeihliche Zukunft hat.

Ismaik schaltet Staranwalt ein

Auch weil niemand es schafft, den machtbewussten Investor zu bändigen. Dieter Schneider (65) ist im Präsidentenruhestand – stillos verabschiedet übrigens, ohne Blumen oder eine längere Würdigung im Stadionmagazin. Dem Unternehmer aus Röhrmoos war vorgeworfen worden, durch seine starre Haltung ein verträgliches Miteinander mit dem Investor verhindert zu haben. Der Aufsichtsrat handelte im Hintergrund eine vermeintlich Ismaik-freundlichere Lösung aus. Und jetzt? Die, die Schneider ablösten, sind ebenfalls bereits mit ihrem Latein am Ende. Eine Politik des Aufeinanderzugehens wurde gepredigt – erstaunlicherweise reichte dann aber ein Auftritt Ismaiks (ein durchaus typischer übrigens), um alle guten Vorsätze über Bord zu werfen. Geld oder Geh weida heißt es seit dem Wochenende. Der maximale Konfrontationskurs.

Ismaiks Reaktion: Er schaltete den Münchner Staranwalt Michael Scheele ein. Der Jurist ist damit beauftragt, „die Rechtslage zu prüfen und ihn (Ismaik) hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise zu beraten“. Auch wurden die Vereinsvertreter aufgefordert, „öffentliche Bemerkungen über kulturelle Unterschiede und/oder andersartige Mentalitäten zu lassen“.

Wo soll das hinführen? Drei Szenarien. Erstens: Ismaik lässt sich überzeugen, seine Forderungen (u.a. neue Sportliche Leitung) zurückzuziehen und alle vertragen sich wieder. Unwahrscheinlich. Zweitens: Er überweist Geld, aber wie immer auf den letzten Drücker und nur den Mindestbetrag, damit das gemeinsame Unternehmen nicht pleite geht. Ziemlich wahrscheinlich. Drittens: Es fließen doch die erhofften Millionen für „tolle Spieler“ (Monatzeder) und für einen Gewaltakt Richtung Aufstieg. Klingt reizvoll, doch daran glauben nicht mal Insider.

"Einer wie du und ich": Die wichtigsten Fakten zu Hasan Ismaik

Eher könnte eine vierte Möglichkeit greifen: Man beendet das bayerisch-arabische Missverständnis und geht getrennte Wege. Schlagen die Löwen neuerdings so forsche Töne an, weil sie einen neuen strategischen Partner in der Hinterhand haben oder auf einen hoffen? Unsere Zeitung weiß, dass eine internationale Investorengruppe schon länger an einem Einstieg interessiert ist. Dass Ismaik lieber heute als morgen seine Anteile verkaufen möchte und sie bereits auf dem arabischen Finanzmarkt feilbot, ist ja schon länger bekannt.

Bis auf Weiteres bleiben die Löwen im Wartemodus. Der endgültige Bruch mit Ismaik steht offenbar bevor. Nach Lage der Dinge kommt er eher früher als später.

Uli Kellner

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Kommentare

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Huber Claudia16.04.2013, 07:49
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Welcher Wahnsinnige soll sich das den antun ?

Loewenfan196610.04.2013, 18:35
(12)(0)

Nur der Wechsel auf einen neuen Investor würde die Löwen aus ihrem Alptraum befreien. Problematisch sind nicht die abweichenden diskussionswürdigen Vorstellungen von Ismaik in Sachen Managementpersonal, sondern die Art und Weise, wie er mit dem Verein umspringt: Grobschlächtig, rücksichtslos und diktatorisch. Wer und was ihm nicht passt, muss weichen. Dazu fehlt ihm jeglicher Sachverstand, sodass er auf lauter Berater setzt, die ohne jede Abstimmung die Arbeit der Löwen behindern und den Verein nicht voranbringen. Ismaik kann natürlich wortbrüchig werden (ausstehende Zahlungen) und den Vereinsbossen das Wort verbieten (Kulturansagen). Für Ismaik ist 1860 mit den aus seiner Sicht "merkwürdig" starsinningen Managern ein Ärgernis. Er dachte, da erwirbt er ein Spielzeug, das er alleine steuern kann. Wenn das Management Format hat (meine Zweifel habe ich schon des öfteren geäußert), besorgt es einen neuen Investor, der wirklich Interesse an der Entwicklung des Vereins hat. Im Moment hängt 1860 bewegungslos im Spinnennetz von Ismaik. Alles, was passiert, hängt vor allem von ihm ab. Beweisen Sie Ihre Klasse, Herr Präsident und AR-Vorsitzender!

SpikeRS25010.04.2013, 13:12
(5)(0)

Mei, wie oft noch? Wenn Ismaik die Holding verschnalzt, dann hat 60 nicht das Geringste mitzuschnabeln. Und wenn sie tatsächlich einen herbeizerren, der den Ismaik noch auf 0 auszahlt, ist beim Nachfolger nicht davon auszugehen dass er seriöser ist. Höchstens noch ein wenig "unaufgeklärter"...

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