Minsk - Knapp drei Monate vor der Weltmeisterschaft hat der neue Eishockey-Bundestrainer Jakob Kölliker einen herben Rückschlag einstecken müssen. In Weißrussland kassierte das DEB-Team eine derbe Pleite.
Zum Auftakt des Belarus-Cup in Minsk unterlag die deutsche Nationalmannschaft dem Gastgeber mit 0:4 (0:1, 0:3, 0:0) und war in allen Belangen überfordert. Für den Schweizer, der im Sommer Uwe Krupp als Chefcoach des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) abgelöst hatte, war es erst die zweite Niederlage im sechsten Spiel. „Wir haben heute einfach zu viele individuelle Fehler gemacht, durch unnötige Strafen unseren Rhythmus und unser Tempo verloren“, sagte Kölliker.
Nach der höchsten DEB-Pleite seit dem 2:8 bei Olympia 2010 in Vancouver gegen Kanada trifft der 58-Jährige mit seinem Team am Samstag (13.00 Uhr) im Spiel um Platz drei auf sein Heimatland. Die Eidgenossen hatten zum Turnierstart 1:3 gegen die Slowakei verloren.
„Weißrussland hat im zweiten Drittel sehr stark gespielt. Die Mannschaft stand sehr gut in der Abwehr und hat keine weiteren guten Torchancen für uns zugelassen. Man darf nicht vergessen, dass Weißrussland physisch sehr gut spielt und sicher an der Scheibe ist. Sie haben eine durchgängig gute Mannschaft ohne Schwachpunkt, das muss man respektieren“, bilanzierte Kölliker.
84 Tage vor dem WM-Auftakt in Stockholm gegen Italien testete Kölliker vor allem die Spieler, die beim Deutschland-Cup im vergangenen November noch nicht zum Einsatz gekommen waren. Keinen guten Eindruck hinterließen die Kölner Verteidiger Moritz Müller und Thorsten Ankert, die bei den beiden ersten Gegentoren patzten. Vor dem 0:3 verlor der Wolfsburger Benedikt Kohl an der Bande den entscheidenden Zweikampf. Auch Torhüter Dimitrij Kotschnew vom russischen KHL-Klub Atlant Mytischtschi sah beim 0:2 schlecht aus.
Kölliker hatte seine Amtszeit mit Platz zwei beim Deutschland-Cup begonnen. Im Dezember folgten zwei Siege mit einem Perspektivteam gegen Russland. Insgesamt hat der Krupp-Nachfolger bereits mehr als 50 Spieler eingesetzt, um vor der WM in Finnland und Schweden (4. bis 20. Mai) eine möglichst große Auswahl zu haben.
SID
Rubriklistenbild: © dpa


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