Snowboarder starten Olympia-Countdown
017.11.08|WintersportFacebook
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München - Für die deutschen Snowboarder beginnt schon in der WM-Saison der Countdown für die Olympischen Winterspiele.

© dpa
Amelie Kober will nach Seuchenjahr wieder durchstarten.
Die nach mehreren Verletzungen wiedergenesene Turin-Silbermedaillen-Gewinnerin Amelie Kober und ihre Teamgefährten wollen dem Snowboard Verband Deutschland (SVD) beim Saisonhöhepunkt vom 17. bis 25. Januar im südkoreanischen Gangwon das erhoffte Edelmetall bescheren und sich selbst notwendige Qualifikations-Punkte für Vancouver. "Wer in diesem Winter nicht zur Spitze gehört, wird es in der Olympia-Saison schwer haben", sagte SVD-Sportdirektor Timm Stade. Dank eines rigiden Sparkurses und der Selbstbeteiligung der Athleten hat der Verband einen finanziellen Engpass weggesteckt und will durch die geplanten Erfolge endlich mehr TV-Präsenz und Sponsorengelder bekommen.
Ein erhoffter Heim-Weltcup in der Halle im norddeutschen Wittenburg, den die Snowboarder zur Eigenwerbung nutzen wollten, musste wegen finanzieller Probleme des Hallenbetreibers gestrichen werden. Damit bleibt der Parallel-Riesenslalom am 31. Januar der heimische Saisonhöhepunkt. "Es ist Amelie Kobers Heimweltcup", sagte Stade über die Veranstaltung am Sudelfeld bei Bayrischzell, dem ersten deutschen Weltcup in einer olympischen Disziplin seit 2004.
Die von der WM-Zweiten Kober angeführte Mannschaft kämpft in Südkorea auch um mehr Geld für die Zukunft. Denn nach den vorolympischen Weltmeisterschaften und den Winterspielen 2010 wird die Höhe der Fördergelder festgelegt. Für den finanziell ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Verband, bei dem der Bund mit 800 000 Euro der Hauptgeldgeber des 1,1 bis 1,2 Millionen Euro hohen Etat ist, werden die Weichen für vier Jahre gestellt.
Sorgen um das Geld mussten sich Stade und seine Mitstreiter auch zwölf Monate nach der Hängepartie um den TV-Vertrag des Deutschen Skiverbandes (DSV) genug machen. Statt der ursprünglich erhofften 350 000 Euro fließen vom Partner DSV, der selbst noch unter den Folgen der Krise leidet, weiterhin nur 250 000 Euro in die Snowboard- Kasse. "Wir haben beim Sparen das Letzte rausgeholt, was im eigenen Laden drin war", sagte Stade.
Auch die Athleten beteiligten sich mit 40 000 Euro. "Die Selbstbeteiligung war für alle fair und finanzierbar", befand die 21- jährige Kober. Nach einem Seuchenjahr mit Rippen- und Wirbelverletzung, Knochenstauchung am Knie sowie Blinddarm-Operation ist sie rechtzeitig zum WM-Winter wieder fit. "Alles ist wieder in Ordnung."
Christian Kunz, dpa
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